Vereinschronik
1975-1982
Die Anfänge
Bis ins Jahr 1975 war Viktorsberg eine der wenigen Gemeinden in Vorarlberg, die keine eigene Musikkapelle besaß. Immer wieder vermisste man einen solchen Klangkörper, wohl hörte man vom Tal herauf oder von Fraxern herüber Blasmusikklänge, nur selten aber verirrte sich eine Musikkapelle nach Viktorsberg.

Wie bei so vielem bedarf es lediglich eines kleinen Anstoßes und schon kommt die ganze Sache ins Rollen. So auch bei der Gründung des Musikverein Viktorsberg. Am 12. Juli 1975 wurde Willy Wehinger von Markus Ritter telefonisch informiert, dass die Instrumentenfirma Hinteregger aus Wolfurt bereit wäre, für ein ganzes Jahr unentgeltlich Leihinstrumente zur Verfügung zu stellen. Damit war auf einen Schlag das finanzielle Risiko für einen Versuch am Zustandekommen einer Musikkapelle in Viktorsberg weitgehendst aus dem Wege geräumt.
Bereits am 29. Juli 1975 wurde das Vorhaben der Gründung eines Musikvereines gemeinsam mit dem Gemeindevorstand und dem Unterausschuss für Schule, Kultur und Sport besprochen. Aufgrund der positiven Einstellungen fand bereits einen Tag später eine weitere Besprechung in diesem Gremium statt, weiters wurde Kapellmeister Hans Breuß aus Röthis und Bezirkskapellmeister Edwin Malin dazu eingeladen.
Am 9. September wurde die Dorfbevölkerung erstmals in einem Rundschreiben informiert und zur Mitarbeit aufgerufen. Am 13. September fand im Klostersaal ein Demonstrationskonzert des Musikverein Harmonie Röthis statt, Kapellmeister Hans Breuß stellte dabei die einzelnen Instrumente vor, Bezirkskapellmeister Malin erläuterte die Aufgaben einer Blaskapelle. Beim ersten Anmeldetermin meldeten sich 17, ein nicht gerade ermutigendes Häuflein. Bezirkskapellmeister Malin sprach jedoch Mut zu, trotzdem zu beginnen und bald Nachwuchs aus der Schülerschaft heranzubilden. Willy Wehinger richtete ein weiteres Schreiben an alle in Frage kommenden Musikanten, und siehe da, am 3. Oktober 1975 konnte er mit 30 Burschen und Männern den Theorieunterricht beginnen.
In der Zwischenzeit wurde über Vorschlag von Bezirkskapellmeister Malin mit Kurt Ludescher Kontakt aufgenommen, er zeigte sich grundsätzlich interessiert. Auch die Verantwortlichen beim Musikverein Harmonie Weiler zeigten Verständnis und erteilten ihm die Freigabe von seinem Stammverein. Am 20. Oktober wurde Kurt Ludescher offiziell als musikalischer Leiter vorgestellt und übernahm sogleich die weitere Probenarbeit.
Die Instrumentenausgabe

Nach 16 Theorieproben war der große Tag gekommen, am 25. November 1975 wurden die Instrumente ausgeteilt und mit den Instrumentalproben begonnen.
Anfang November 1975 richtete Willy Wehinger den 1. Bettelbrief um finanzielle Unterstützung als Starthilfe für eine zu gründende Blasmusikkapelle Viktorsberg an die Dorfbevölkerung. Bei der Sammlung, kam ein stolzer Betrag von S 22000,-- zusammen, es konnten daraus die dringendsten Anschaffungen getätigt werden.
Anfang 1976 begannen die ersten Jungmusikanten, insgesamt 10 im Alter zwischen 11 und 14 Jahren mit der Theorieausbildung.

Die Gründungsversammlung

Am 18. April 1976 wurde dann mit der Abhaltung der Gründungsversammlung der Musikverein Viktorsberg offiziell gegründet. Nach 40 abgehaltenen Proben wurde die Gründungsversammlung bereits vom eigenen Klangkörper umrahmt, voller Stolz wurden die ersten 3 Stücke vorgetragen. Willy Wehinger wurde zum Obmann gewählt, ihm zur Seite standen Gabriel Marte als Obmannstellvertreter, Kurt Ludescher als Kapellmeister und Jugendausbildner, Jakob Ammann als Schriftführer, Kassier Ewald Welte, Archivar Heinrich Lampert und die Beiräte Adalbert Längle und Albuin Ellensohn. Der neu gewählte Obmann erläuterte auch gleich die Probleme des kommenden Jahres, nämlich den stolzen Betrag von ATS 300.000,--, der für die Anschaffung von neuen Instrumenten aufgebracht werden musste.
Mit zahlreichen Bettelbriefen, persönlichen Vorsprachen bei den Dorfbewohnern, den auswärts wohnenden Viktorsbergern sowie befreundeten Institutionen und Firmen wurde ein stolzer Betrag von ATS 388.800,-- zusammengetragen. Das Ergebnis dieser Sammlung veranlasste Willy Wehinger bei der 1. Jahreshauptversammlung zur Feststellung "Das war einmal, das kommt nicht wieder". Zahlreiche Personen und Firmen spendierten dabei ganze Instrumente und wurden auf den neuen Instrumenten mit einer Widmung verewigt.
Gründungsfoto 1976

1. Reihe von links: Marte Josef, Madlener Mathäus, Marte Theodor, Kapellmeister Kurt Ludescher, Obmann Willy Wehinger, Marte Gabriel, Ellensohn Josef, Längle Fridolin, Summer Alfons.
2. Reihe von links: Watzenegger Viktor, Welte Ewald, Marte Oswald, Welte German, Marte Roland, Ellensohn Albuin, Madlener Leonhard, Ammann Jakob, Marte Viktor, Marte Hermann, Längle Adalbert, Watzenegger Erich.
3. Reihe von links: Marte Willi, Lampert Heinrich, Dancso Ladi, Marte Paul, Marte Rudolf, Marte Rudolf, Welte Anton, Breuß Emmerich, Welte Rudolf, Burger Karl, Lampert Wilfried, Ellensohn Edwin.
1. offizielle Ausrückung
Am 28.6.1976 wurde mit den Proben für den 1. Marsch, den Tip-Top von Siegfried Rundel begonnen, der dann erstmals bei der Preisverteilung des Blumenschmuckwettbewerbes am 23. Oktober 1976 mit 3 weiteren Stücken aufgeführt wurde. Dies war die erste offizielle Ausrückung, Schriftführer Jakob Ammann schrieb in einem Bericht über diesen Abend:
"Also wurde schon Wochen vorher ein kurzes Programm aus 4 Stückchen unzählige Male einstudiert, sodass es sicher schon einige auswendig konnten - und trotzdem ging die Generalprobe sozusagen ins Wasser. Dem zufolge ist dann an diesem Abend auch sicher dieser oder jener mit einem etwas unguten Gefühl, wozu noch das Lampenfieber, auf die Bühne getreten. Nach dem jedoch der Tip-Top-Marsch geblasen war und der Saal unter dem Beifall erzitterte, waren wir schon zuversichtlicher". Und weiter zum Abschluss dieses Abends: "Als Abschluss wurde noch die schöne Burgenländerin dargeboten, welche wahrscheinlich auf Grund der Bekanntgabe des Gratisbiers auf Kosten der Gemeinde nicht mehr so hundertprozentig war. Der Beifall der Zuschauer war jedoch groß und so wurde als Draufgabe der Tip-Top-Marsch nochmals geblasen".
Das 1. Ständchen in der Vereinsgeschichte fand am 10.12.1976 statt, der Musikverein gratulierte Albuin und Regine Ellensohn zur Hochzeit.
Im Jahr 1977 wurde die Tradition des Tages der Blasmusik in Viktorsberg eingeführt. Am 1. Mai marschierten die Viktorsberger Musikanten erstmals durch das Dorf und präsentierten an 6 verschiedenen Orten das Repertoire von drei Märschen, nämlich den "Tip-Top", "Jungbläsertreffen" und den "Military Escort". Kapellmeister Kurt Ludescher schrieb in der musikalischen Rückschau zur 2. Jahreshauptversammlung über den Tag der Blasmusik 1977: "Tag der Blasmusik, bei dem wir vom Ober- zum Unterberg marschierten und an sechs verschiedenen Plätzen je zwei bis drei Märsche zum Besten gaben (Gott sei Dank waren es nur sechs, denn das Angebot des Getränkesortiments für den noch unerfahrenen Verein war sehr umfangreich, ganz zu schweigen von der Menge".
1. Konzert
Am 8. Mai 1977 wurde das erste Konzert, ein Muttertagskonzert im Klostersaal aufgeführt, hier hatten auch die 10 Jungmusikanten ihren 1. großen Auftritt. Der Schriftführer schrieb als Schlusssatz im Bericht über das 1 Konzert: "Nachdem der Applaus nicht abreißen wollte, wurde als Draufgabe nochmals der Military Escort wiederholt. Vereinzelte Geldspenden sowie Belobigungen der Bevölkerung bestätigten dem Verein, dass er langsam aber sicher jene Stellung im Dorfe einnimmt, welche ihm zugedacht ist". Zur Erreichung der gesteckten Ziele wurde sehr intensiv geprobt, im Vereinsjahr 1977 insgesamt 134 mal, es wurden 43 Vollproben, 58 Teilproben, 32 Satzproben und 1 Marschprobe abgehalten.
Vereinstracht

Stimuliert durch das phantastische Sammelergebnis zur Anschaffung der Instrumente wagte man sich an die Anschaffung einer Vereinstracht. Nach vielen Zusammenkünften im Vereinsausschuss entschied man sich für die "kleine Winzertracht", die Fertigung wurde an Schneidermeister Walter Österle aus Sulzberg übertragen. Die Finanzierung sollte aus dem Überschuss der Instrumentensammlung sowie aus dem Reinerlös des Gründungsfestes 1977 erfolgen. Der Reinerlös war also bereits vor Durchführung dieser Veranstaltung verplant.
Bereits im Herbst 1976 begannen die Vorbereitungsarbeiten, der Festplatz "Portaacker" musste adaptiert werden - es mussten Bäume geschlagen, ca. 500 m³ Schüttmaterial eingebaut werden, Ab- und Bergwässer mussten kanalisiert werden.
Am 25. und 26. Juni 1977 wurde das Gründungsfest im Rahmen eines Zeltfestes abgehalten, die gesamte Dorfbevölkerung half mit und es wurde dies trotz der teilweise schlechten Witterung ein Erfolg. Es war damals ein großes Ereignis für das Dorf, am Festumzug und am folgenden Nachmittagskonzert nahmen 12 Gastkapellen teil.
Anlässlich der Ausrückung zur Kriegerehrung 1977 wurde die neue Tracht, der Hut fehlte noch, in der Öffentlichkeit präsentiert. Die Freude über die neue einheitlich Kleidung war riesengroß, was einige Musikanten veranlasste, die Tracht in den Nachbargemeinden zu präsentieren, was im Dorf für einigen Unmut sorgte.
Mit Beginn des Jahres 1978 wurden 10 Jungmusikanten in den Verein eingegliedert, der Mitgliederstand erhöhte sich damit sprunghaft auf 40 aktive Musikanten, das waren mehr als 10 % der Dorfbevölkerung.
Die Anzahl der Ausrückungen hatte sich gegenüber dem Jahr 1977 verdoppelt. Im gleichen Jahr nahm unser Verein erstmals an einem Musikfest teil, es war dies das 80-jährige Bestandsjubiläum der Bürgermusik Klaus. Den Musikanten standen an diesem schönen Sonntagnachmittag die Schweißperlen nicht nur wegen der warmen Witterung auf der Stirn, sondern vielmehr wegen der Aufregung. Die Zuschauer richteten ihr Augenmerk natürlich besonders auf das jüngste Mitglied des Vorarlberger Harmoniebundes. Je näher der Umzug zum Festzelt kam, umso dichter standen die Zuschauer und umso größer wurde auch die Aufregung bei unseren Musikanten. Als dann Kapellmeister Kurt Ludescher mit dem Tambourstab das Zeichen zum Einschlagen gab, verstummte das Schlagwerk komplett, sie hatten in ihrer Aufregung das Kommando missverstanden.
Der musikalische Höhepunkt im Jahr 1979 war zweifelsohne das Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Harmonie Weiler im Montfortsaal in Weiler. Den ersten Teil gestaltete der Musikverein Viktorsberg, den zweiten Teil der Musikverein Harmonie Weiler, im dritten Teil spielte die gemeinsame Jugendkapelle, zum Abschluss spielten beide Vereine zusammen vier Märsche. Es war für alle Musikanten ein Erlebnis, vor einem vollen Saal und gemeinsam mit den Weiler Musikanten zu konzertieren. Im diesem Jahr legten die ersten Musikanten, Viktor Marte auf dem Flügelhorn und Emmerich Breuß auf dem Waldhorn das Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze mit Erfolg ab.
Probelokal
Da sich Willy Wehinger mit den Proberäumlichkeiten, anfangs in der neuen, dann in der alten Schule, nicht zufrieden geben wollte hieß das nächste organisatorische Ziel des Musikverein Viktorsberg deshalb ein geeignetes Probelokal. Die Absicht der Gemeinde Viktorsberg, ein Mehrzweckgebäude zu errichten kam diesem Ziel sehr entgegen. Im neuen Mehrzweckgebäude wurde dem Musikverein das Dachgeschoss zugewiesen, wir hatten bereits in der Planungsphase die Möglichkeit, unsere Wünsche mit einzubringen. In unzähligen Stunden erarbeitete Willy Wehinger die Detailpläne, und als am 28. Juli 1980 mit den Ausbauarbeiten begonnen wurde, war alles bis auf das Letzte organisiert. Mit einem Arbeitsaufwand von rund 1500 Stunden sowie einem Materialaufwand von ATS 231.000,-- wurde das Probelokal von den Vereinsmitgliedern ausgebaut und auf den Tag 5 Jahre nach Abhaltung der ersten Probe, am 5. Oktober 1980 fand die erste Probe im neuen Lokal statt. So großartig die Leistung unseres Obmannes Willy Wehinger am Werden dieses Probelokales war, so tragisch war auch das Ende dieses Probeabends. Auf dem Heimweg verunglückte unser Obmann so schwer, dass er sich gesundheitlich nie mehr richtig erholen sollte. Sein Tatendrang blieb ungebremst, im Sitzungsprotokoll vom 4.10.1980 steht unter Punkt Arbeitsfortführung: "Aus der Intensivstation des LUKH Feldkirch ordnete Obmann Willi Wehinger an, dass die Holzdecke im Stiegenaufgang anzubringen sei".
Das Mehrzweckgebäude wurde am 25.04.1981 offiziell seiner Bestimmung übergeben, am 31. Mai wurden anlässlich des Tag der offenen Tür die neuen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit präsentiert. Obwohl der Probelokalausbau den Musikverein in die roten Zahlen brachte, wurde bereits die Anschaffung einer Vereinsfahne in Angriff genommen.
Ein schwerer Schlag für den Verein war der Tod unseres Gründungsobmanns Willy Wehinger am 18. August 1981.
Die Nachfolge als Obmann trat Ewald Welte in der außerordentlichen Vollversammlung am 1.9.1981 an, den Posten des Kassiers übernahm Willi Marte.
Im Herbst 1981 wurde von Kapellmeister Kurt Ludescher ein neues Konzept für die Jugendausbildung erstellt. Auf ein Rundschreiben meldeten sich 4 Mädchen und 9 Buben als neue Jungmusikanten, nach weiteren persönlichen Vorsprachen bei den Eltern konnte dann am 12.11.1981 mit 14 Buben und 9 Mädchen der erste Schulungsabend abgehalten werden.
1982 - 1986
Die Vereinsfahne

Mit der Anschaffung einer Vereinsfahne hatten sich die Viktorsberger Musikanten einen seit der ersten Ausrückung bestehenden Wunsch erfüllt. Die Fahnenmotive, die Kirche symbolisiert das für die Gemeindegeschichte bedeutende Minoritenkloster, und das irische Kleeblatt, es erinnert an die Herkunft des hl. Eusebius, wurden ebenso wie die Farben aus dem Gemeindewappen entnommen. Den Hauptteil des Gesamtmotives bildet das Symbol unseres Vereinszweckes und ist als Trompete im Zentrum der Fahne dargestellt. Die Fahnenweihe wurde im Rahmen eines großen Musikfestes vom 21. - 23. Mai 1982 vorgenommen. Ein tolles Programm wurde geboten, mit den Alpenoberkrainern, den Jaga-Buam und den Jungen Klostertalern wurden gleich 3 Spitzenkapellen verpflichtet, 16 Musikvereine nahmen an diesem Fest teil. Höhepunkt war natürlich die Weihe und Präsentation der neuen Vereinsfahne mit Fahnenpatin Gaby Marte und Fähnrich Reinhard Marte. Das Fest sowie die damit verbundenen Aktionen wie Festschrift und Fahnennagelaktion waren sehr erfolgreich.
Als jüngster Verein des Vorarlberger Blasmusikverbandes hatten wir bei der Gründung die rote Laterne vom Musikverein Beschling übernommen, im Rahmen des Musikfestes 1982 übergaben wir diese an den neu gegründeten Musikverein Dornbirn Rohrbach. Von unseren Freunden aus Dornbirn erhielten wir einen Tannenbäumlein geschenkt, das vor dem Eingang zum Probelokal gepflanzt wurde. "Alma" wurde die Musiktanne von den Musikanten genannt, durch gute Pflege - nach den Musikproben wurde sie regelmäßig von den Musikanten bewässert - wuchs Alma zu einem stattlichen Tannenbaum heran. Dazu aber später noch.
Im selben Jahr begab sich der Musikverein erstmals auf Reisen, der 1. Vereinsausflug führte uns ins Zillertal.
Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war das viertägige Seminar auf dem Hohen Freschen. Für alle, die dabei waren, stellten die Proben an den verschiedensten Stellen rund um das Freschenhaus sowie der Hüttenzauber an den Abenden ein unvergessenes Erlebnis dar.

Im Jahr 1984 war das 2. Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Harmonie Weiler der musikalische Höhepunkt des Vereinsjahres. Diesmal wurde das gesamte Programm vom Klangkörper beider Vereine zusammen bestritten, den Zwischenteil gestaltete die gemeinsame Jugendkapelle mit 33 Jungmusikanten.
Diese gemeinsame Jugendkapelle unter der Leitung von Reinhold Nachbaur bestritt mehrere gemeinsame Auftritte. Diese Zusammenarbeit war für unsere Nachwuchsmusikanten sehr wertvoll, das Spiel im Gesamtchor brachte eine Abwechslung zum teilweise eintönigen Ausbildungsstoff, durch den Zusammenschluss ergab sich ein beinahe vollständiger Klangkörper.
Von den 23 Jungmusikanten die im Herbst 1981 mit der Ausbildung begonnen hatten, wurden im Herbst 1984 11 in den Verein integriert, durch weitere Abgänge konnte der Mitgliederstand nicht wesentlich erhöht werden.
Das Jahr 1985 brachte im bisher sehr intakten Vereinsleben einen großen Bruch. Durch den geplanten Steinbruch Siefelerberg kam es zu Unstimmigkeiten, die dann dazu führten, dass Kapellmeister Kurt Ludescher und Obmann Ewald Welte Anfang April ihre Ämter zurücklegten und aus dem Verein austraten. Reinhold Nachbaur aus Fraxern übernahm vorübergehend die musikalische Leitung unseres Vereines. In der außerordentlichen Vollversammlung am 24. September 1985 wurde Josef Ellensohn zum neuen Obmann gewählt, Jakob Ammann übernahm die musikalische Leitung unseres Vereines. Der weitere Vereinsausschuss setzte sich aus Albuin Ellensohn als Obmannstellvertreter, Kassier Willi Marte, Schriftführer Harald Marte, Archivar Günther Lampert und Beirat Adalbert Längle zusammen.
1986 - 1991
Das Jahr 1986 stand ganz im Zeichen des 10-jährigen Jubiläums und der damit verbundenen Durchführung des Bezirksmusikfestes vom 6. - 8. Juni. Beim Zeltaufbau schneite es, der Festplatz glich einem frisch gepflügten Acker. Auf dem gesamten Platz musste Flies ausgelegt und Flickschotter geschüttet werden. Auch beim Fest war es sehr kalt, am Freitag und Samstag wurde Glühwein ausgeschenkt, wenigstens am Sonntag zeigte sich das Wetter von der freundlichen Seite und so konnte der große Festaufmarsch mit 19 Gastkapellen stattfinden.
Durch den Einbau weiterer Jungmusikanten in den Verein konnte der Mitgliederstand wieder auf die erfreuliche Zahl von 38 aktiven Musikanten angehoben werden.
Erstmals in der Vereinsgeschichte nahmen wir im Jahr 1988 an einem Wettbewerb teil, anlässlich des Landesmusikfestes in Frastanz konnten wir unter der Stabführung von Kapellmeister Jakob Ammann beim Marschmusikwettbewerb in der Stufe A einen sehr guten Erfolg erringen.
Im Dezember stellten wir uns in den Dienst der Aktion "Licht ins Dunkel" und wirkten beim Benefizkonzert im Kronensaal Bludesch gemeinsam mit der Bürgermusik Bludesch und der Vorarlberger Zollwachemusik mit.
Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Ständchen für Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim anlässlich seines Besuches in Viktorsberg. Aus beruflichen Gründen legte Jakob Ammann das Amt des Kapellmeister zurück, Anfang Oktober durften wir Mario Ploner aus Hohenems als neuen musikalischen Leiter vorstellen. Bereits beim 2. Gemeinschaftskonzert für die Aktion Licht ins Dunkel stand er unserem Verein als musikalischer Leiter vor.
Bundesmusikfest in Wien

Beim Bundesmusikfest vom 7. - 10. Juni 1990 war der Musikverein Viktorsberg einer der 4 Vorarlberger Teilnehmer. Mit dem Bus bis nach Melk und weiter per Schiff auf der Donau bis nach Krems ging unsere Fahrt. Dort stärkten wir uns auf einem Heurigen, ehe die Fahrt weiter ging nach Wien. Ein sehr gedrängtes Programm stand auf der Tagesordnung, jeweils Platzkonzerte am Vormittag, Proben und Aufmärsche am Nachmittag. Am Samstagnachmittag war der große Umzug vom Heldenplatz zum Rathausplatz mit anschließendem Gemeinschaftskonzert. Beim Umzug marschierten wir gemeinsam mit dem Musikverein Bregenz-Fluh, bei der Marschbewertung erreichten wir einen 1. Rang mit Auszeichnung. Am Sonntag erfolgte die Rückfahrt mit dem Bus, die Wienreise war für alle Teilnehmer ein tolles Erlebnis.
Am 22. Dezember war der zweite musikalische Höhepunkt in diesem Jahr das Gemeinschaftskonzert mit dem Chor Nibelungenhort Hohenems, der ebenfalls von Kapellmeister Mario Ploner geleitet wurde, in der Pfarrkirche Viktorsberg.
1991 - 2001
Im Jahr 1991 wurde das 15-Jährige Bestandjubiläum gefeiert. Im Rahmen eines Festabends wurde Rudolf Marte zum 1. Ehrenmitglied des Musikverein Viktorsberg ernannt.
Zum 2. Mal innerhalb von 5 Jahren fand das Bezirksmusikfest des Blasmusikbezirkes Feldkirch in unserem Dorf statt. Obmann Josef Ellensohn leistete enorme Arbeit, galt es im Rahmen des Festes auch den Wettbewerb "Spiel in kleinen Gruppen" vorzubereiten. Der Freitagabend stand im Zeichen des Bauernkapellenwettbewerbes, am Samstag spielten die Sieger des Grand Prix der Volksmusik des Jahres 1990, die Kastelruther Spatzen auf. Das Fest war wiederum ein schöner Erfolg.
Das Jahr 1991 brachte auch personelle Veränderungen in der Vereinsführung. Kapellmeister Mario Ploner trat im Herbst zurück, wieder war es Reinhold Nachbaur aus Fraxern, der vorübergehend die musikalische Leitung übernahm. Weiters legte anlässlich der Jahreshauptversammlung 1991 Josef Ellensohn sein Amt als Obmann zurück, seine Nachfolge trat Harald Marte an. Der weitere Ausschuss setzte sich aus Albuin Ellensohn als Obmannstellvertreter, Günther Lampert als Kassier, Emmerich Breuß als Schriftführer, Willi Marte als Archivar, Josef Ellensohn als Jugendausbildner, Bruno Marte als Jugendreferent sowie Ladi Dancso und Andreas Lampert als Beiräte zusammen. Reinhold Nachbaur bestritt mit uns das Faschingskonzert im Rahmen des Musikballes und die Ausrückungen bis Anfang Juni.
Auf der Suche nach einem musikalischen Leiter kamen wir an die Adresse von Johannes Wrann aus Thüringen, der Interesse bekundete und bereits am 9. Juni 1992 die erste Probe mit uns gestaltete. Bereits eine Woche später rückten wir erstmals unter seiner Leitung aus. Vom 11. - 13. Juli 1992 führte uns eine Konzertreise zum Wanfrieder Vogelschießen, einem Schützenfest in die BRD. Dort angekommen mussten wir uns direkt auf der Straße umziehen und sofort auf den Rathausplatz aufmarschieren. Mindestens 4 mal pro Tag legten wir die Strecke vom Stadtzentrum zum Festzelt, ca. 2,5 km im Gleichschritt zurück. Neben einer Messgestaltung standen weitere Ständchen und Platzkonzerte auf dem Programm. Die Abende verbrachten wir im Festzelt, wo am Sonntag Abend und am Montag zum Frühschoppen mit den "Fraxner Buaba" gut Bekannte aufspielten. Auch diese Konzertreise war trotz des sehr gedrängten Programmes ein unvergessenes Erlebnis für unsere Musikanten. Beim Frühjahrskonzert 1993 konnten wir mit Theodor Marte und Adalbert Längle zwei weitere verdiente Vereinsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernennen. Ein weiterer Schicksalsschlag traf unseren Verein in diesem Jahr, durch einen tragischen Unfall verloren wir mit Alexander Längle unseren 1. Trompeter. Der Mitgliederstand erreichte im Jahr 1994 mit 25 aktiven Musikanten den Tiefstand in der Vereinsgeschichte. Ein Grund dafür war sicherlich der mehrfache Kapellmeisterwechsel der Vorjahre. Von diesen 25 studierten 2 in Innsbruck, wenn dann noch der eine oder andere fehlte, mussten die Proben mit teilweise weniger als 20 Mann abgehalten werden.
Beim Frühjahrskonzert 1995 unter der Leitung von Johannes Wrann wurden mit Gabriel Marte und Alfons Summer zwei weitere Ehrenmitglieder ernannt.
Als weiteren wichtigen Punkt in der Vereinsgeschichte kann sicherlich der 25. Juni 1995 bezeichnet werden, an diesem Tag wurde der neue Mehrzwecksaal eröffnet. Für alle Vereine bietet sich seither die Möglichkeit, die Vereinsveranstaltungen in einem schönen Saal durchführen zu können. Die sehr beengten Platzverhältnisse bei unseren Veranstaltungen im Probelokal gehörten ab diesem Tag der Vergangenheit an.
Aus beruflichen Gründen legte Johannes Wrann im Juli 1995 sein Amt als Kapellmeister zurück, mit Franz Friedl aus Rankweil gelang es uns, einen sehr erfahrenen Kapellmeister für unseren Verein zu gewinnen. Er trat bereits im September 1995 dieses Amt an.
Seit dem Jahr 1986 werden die Jungmusikanten durch Musiklehrer ausgebildet und erhalten somit die entsprechende Ausbildung, nach der Eingliederung in den Verein wachsen sie rasch zu Leistungsträgern in unserem Klangkörper heran. Durch gezielte Jugendarbeit gelang es wieder, den Negativtrend bei der Mitgliederbewegung umzudrehen. Beim 20-jährigen Bestandsjubiläum unseres Vereines im Jahr 1996 bestand unser Klangkörper wieder aus 30 aktiven Mitgliedern, 12 Lehrlinge waren damals in Ausbildung.
Die neue Tracht
Durch das Tragen der Trachten bei den zahlreichen Ausrückungen im Laufe der Jahre waren die Abnützungserscheinungen unübersehbar, der Stoff für Trachtenergänzungen war mittlerweile aufgebraucht. Mit einem Kostenaufwand von ATS 267.127,-- wurden im Jahr 1995 unsere Trachten erneuert. Für die Westen war kein identischer Stoff mehr erhältlich, diese mussten daher komplett erneuert werden. Die Vorstellung der erneuerten Trachten erfolgte beim Jubiläumskonzert am 18.05.1996. Auch bei dieser Großinvestition konnten wir wieder auf die Unterstützung der Gemeinde und der Dorfbevölkerung zählen.
1996 und 1997 standen weitere Anschaffungen und Erneuerungen auf dem Programm, 5 neue Klarinetten, 2 Posaunen 1 Piccolo, Ständer für sämtliche Instrumente sowie Sanierungsarbeiten im Probelokal erforderten einen weiteren großen finanziellen Aufwand.

Im Jahr 1997 zog es uns wieder in die Ferne, diesmal nach Frankreich zum Karneval nach Chalons-sur-Saone. Ein sehr strenges Programm erwartete uns dort, am Samstag ein längerer Marsch durch die Stadt, um 22,30 Uhr der Auftritt im riesigen Festsaal und am Sonntag der Marathonumzug von 13,30 Uhr bis 17,30 Uhr durch die Zuschauermengen in den Straßen von Chalons.
Große Schlagzeilen konnte man in der Zeitung lesen, auf der Titelseite des Heimatteiles stand die Überschrift "Das jähe Ende der stolzen Alma - eine gefällte Rottanne spaltet die Gemeinde Viktorsberg in zwei Lager". Ganz so schlimm war es natürlich nicht, durch die Umgestaltung des Vorplatzes des Gemeindeamtes war für unseren Tannenbaum kein Platz mehr. Die Musikanten ließen es sich nicht nehmen, Ihren Baum selbst zu entfernen, eine Bläsergruppe spielte Trauermusik dazu.
Wieder zurück zum Musikalischen, zwei Gruppen unseres Vereines nahmen im Rahmen des Bezirksmusikfestes in Nofels beim Wettbewerb "Spiel in kleinen Gruppen" teil, sowohl das Holzbläsertrio mit Stefan Längle, Marion Ellensohn und Claudia Stückler als auch das Blechbläsertrio mit Jürgen, Thomas und Stefan Ellensohn erreichten jeweils in der Stufe A die Note "Sehr Gut".

Im Rahmen des Gemeinschaftskonzertes mit der Singgemeinschaft Viktorsberg am 20.05.1998 durften wir an Sabrina Ellensohn das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold überreichen. Sabrinas großes musikalisches Talent und ihr Eifer zeigten sich in zahlreichen Erfolgen wie 5 Teilnahmen am Landeswettbewerb "Jugend musiziert" bzw. "Prima la Musica" sowie 3 Teilnahmen beim Bundeswettbewerb, jeweils mit großem Erfolg.

Der zweite Höhepunkt im Vereinsjahr 1998 war die Teilnahme beim Marschmusikwettbewerb im Rahmen des Bezirksmusikfestes in Klaus am 13.06. In der Stufe B erreichten wir unter der Stabführung von Kapellmeister Franz Friedl einen 1. Rang mit Auszeichnung.
Eine besondere Auszeichnung erhielt beim Gemeinschaftskonzert mit der Vorarlberger Zollwachmusik am 15.05.1999 unser Kapellmeister Franz Friedl, er wurde für 30 Jahre Kapellmeistertätigkeit mit dem goldenen Kapellmeister-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Weiters wurden im Rahmen dieses Konzertes Ladi Dancso und Anton Welte zu Ehrenmitgliedern des MV Viktorsberg ernannt.
Wer unseren Kapellmeister kennt, der weiß, dass er immer neue musikalische Ziele anstrebt, im Rahmen des Landeswertungsspieles am 29.05.1999 in Feldkirch traten wir erstmals zu einer Konzertwertung an. In der Leistungsstufe A erreichten wir mit dem Pflichtstück "Reinsperg Marsch" und dem Selbstwahlstück "Thalia Ouvertüre" einen "Sehr guten Erfolg". Mit dem Herbstkonzert am 25.11.2000, genau 25 Jahre nachdem die ersten Instrumente ausgeteilt wurden, haben wir unser Jubiläumsjahr "25 Jahre Musikverein Viktorsberg" eröffnet.

Fast genau 25 Jahre nach der Gründungsversammlung, am 21.4.2001, durften wir 8 Gründungsmitglieder für ihre 25-jährige Mitgliedschaft bei unserem Verein ehren.
Obmann Harald Marte wörtlich bei der Jubiläumsveranstaltung: "25 arbeitsintensive Jahre liegen hinter uns, Höhen und Tiefen im Vereinsleben wurden überwunden. Viel Arbeit liegt noch vor uns, aber mit Einsatzwillen und Kameradschaft wie bisher werden wir auch die kommenden Hürden mit Leichtigkeit meistern. Ich glaube, wir können heute mit Stolz unseren Verein präsentieren, gegenüber dem Mitgliederstand aus dem Jahr 1994 konnten wir diesen um 11, auf heute 36 aktive Mitglieder steigern. In unserer Besetzung haben wir heute 2 Querflöten, 10 Klarinetten, 5 Flügelhörner, 4 Trompeten, 5 Tenorhörner, 2 Posaunen, 2 Bässe, 1 Horn und 3 Schlagwerker. Stolz dürfen wir auch auf unseren Nachwuchs sein, 14 Jungmusikanten stehen derzeit in Ausbildung, nach Instrumenten unterteilt sind dies 4 Querflöten, 3 Klarinetten, 1 Saxophon, 4 Trompeten und 2 Schlagwerker. Ich hoffe sie sind weiterhin mit viel Eifer dabei, unser Jugendteam mit Sabrina, Daniel und Dietmar Ellensohn werden ihr möglichstes dazu beitragen.
Betrachtet man die gesamte Mannschaft einschließlich dem Nachwuchs, 50 an der Zahl, so wird uns sicherlich so manch größerer Verein darum beneiden. Es muss unsere Aufgabe sein, das Vereinsleben möglichst attraktiv zu gestalten um den derzeit herrschenden Aufwärtstrend nicht zu unterbrechen."
Vereinsfoto 2001

1. Reihe von links: Ammann Markus, Welte Nadja, Marte Denise, Huth Julia, Wehinger Wolfgang, Fahnenpatin Keckeis Gabriele, Kapellmeister Friedl Franz, Ellensohn Sabrina, Liesinger Katharina, Ludescher Klara, Ammann Julia.
2. Reihe von links: Obmann Marte Harald, Lampert Kurt, Welte German, Ellensohn Albuin, Ellensohn Daniel, Ellensohn Thomas, Ellensohn Josef, Längle Stefan, Ellensohn Dietmar, Längle Dietmar, Marte Christoph.
3. Reihe von links: Ammann Jakob, Lampert Günther, Marte Stefanie, Watzenegger Helmut, Marte Hermann, Ellensohn Jürgen, Lampert Andreas, Marte Paul.
4. Reihe von links: Marte Josef, Marte Willi, Marte Reinhard, Ellensohn Stefan, Breuß Benjamin, Breuß Walter.
Vereinsausschuss 2001

Jungmusikanten 2001
Ehrenmitglieder 2001
Die bisherigen Obmänner und Kapellmeister
Obmänner
1976 - 1981 Willi Wehinger
1981 - 1985 Ewald Welte
1985 - 1991 Josef Ellensohn
1991 - 2006 Harald Marte
seit 2006 Thomas Ellensohn
Kapellmeister
1976 - 1985 Kurt Ludescher
1985 Reinhold Nachbaur
1985 - 1989 Jakob Ammann
1989 - 1991 Mario Ploner
1991 - 1992 Reinhold Nachbaur
1992 - 1995 Johannes Wrann
1995 - 2002 Franz Friedl
seit 2002 Daniel Ellensohn
